Donnerstag, 30. April 2009

Unterbevollmächtigter ohne Vollmacht

Das ist mir noch nie passiert.
Anfang der Woche hatte ich einen Termin in einer Ordnungswidrigkeitensache vor dem Amtsgericht Bad Hersfeld. Ich war bereits ein paar Minuten vor Beginn der Verhandlung – die erste an diesem Verhandlungstage – vor dem Gerichtssaal, dessen Tür auch bereits offen stand. Drinnen sah ich einen Kollegen an dem Platz sitzen, auf den ich mich eigentlich setzen wollte. Ich dachte zunächst, dass es der Kollege sei, der in der nachfolgenden Angelegenheit verteidigen würde und bereits Platz genommen hatte. Also ging ich in den Sitzungssaal, um dies zu erfragen. Noch bevor ich aber meine Frage formulieren konnte, fragte besagter Kollege mich, ob ich Herr Meyer sei, denn er sei für Herrn Meyer in Untervollmacht hier, hätte aber keine Akte dabei und wisse daher auch nicht, worum es eigentlich ginge.
„Nein“, antwortete ich ganz erstaunt, „ich bin sein Rechtsanwalt, Rechtsanwalt Feltus. Herr Meyer ist er“ und zeigte dabei auf den hinter mir stehenden Mandanten, der ebenfalls sehr erstaunt war.
Es konnte nicht aufgeklärt werden, wie dieser, mir vollkommen unbekannte und niemals von mir unterbevollmächtigte, Kollege von der Verhandlung, dem Verfahren und dem Namen meines Mandanten erfahren hat.
Der Kollege ist dann unverrichteter Dinge von dannen gezogen.

Eine nette Aufmunterung


Dieser Gruß des Geschäftsstellenbeamten hatte mich gefreut, auch wenn mein Fahrrad wohl vergebens auf mich warten wird, da ich bedauerlicherweise den Feiertag mit einer Revision verbringen werde. Aber die Aufmunterung tat gut.

Dienstag, 7. April 2009

Wie gut, dass ich keine Frau bin...

Wie gut, dass ich keine Frau bin, hatte ich mir gestern nach der Sitzung in Hameln gedacht.

Für alle diejenigen, bei denen sich jetzt bereits ein Schrei der Empörung auf den Stimmbändern beginnt auszubreiten, möchte ich sagen, nein, es kommen keine frauenfeindlichen Sprüche und nein es kommen auch keine Blondinenwitze.

Der Grund weshalb ich froh wahr, der männlichen Spezies anzugehören, ist wesentlich profaner. Der Grund ist mein Mandant. Denn dieser wollte mich nach der vergangenen Sitzung heiraten, zumindest hätte er mir einen Antrag gemacht, wäre ich eine Frau gewesen. Da ich dies aber ganz offensichtlich nicht bin und auch nicht beabsichtigt zu werden, erübrigte sich also sein Vorhaben, Gott sei Dank !!!
Der aufmerksame Leser wird jetzt noch wissen wollen, wieso besagter Mandant auf die Idee kommen konnte, mich heiraten zu wollen, ich möchte es gerne verraten.
Es ist an und für sich ganz einfach. Ich hatte für den jungen Mann ein Ergebnis erzielt, was insbesondere in seiner Situation durchaus nicht auf der Hand lag. Im Übrigen ist eine von ihm in ferner Zukunft vermutete Bewährung, nun wesentlich näher gerückt. So dass er alles in allem Grund genug hatte, glücklich zu sein.

Ach, es ist schön, wenn man Mandanten zufrieden und glücklich machen kann, nur aufs Heiraten kann ich gut und gerne verzichten.

Montag, 6. April 2009

Ich darf wieder....

Endlich hatte es geklappt. Nach vielem hin und her war ich heute beim Fliegerarzt und habe mir ein neues Medical austellen lassen. Dh. ich kann wieder fliegen und muss die Wochenenden nicht nur am Schreibtisch verbringen.

Es verspricht eine gute Flugsaison zu werden.

Knasthauerei

Heute tummele ich mich mal wieder vor dem Amtsgericht Hameln. Grund hierfür ist ein Verfahren gegen einen Mandanten von mir, welcher schon seit längerer Zeit in den Genuss gekommen ist, mit Vollpension untergebracht zu sein.
Dort aber gab es Schwierigkeiten, die in einer körperlichen Auseinandersetzung endeten. Wer tatsächlich angefangen hatte, konnte nicht wirklich geklärt werden. Auch die Gründe für die Auseinandersetzung liegen noch im Dunkeln. Gleichwohl wurde gegen meinen Mandanten ermittelt und sodann auch Anklage erhoben.
Da mein Mandant jedoch ein ordentliches Strafmaß bereits mitbringt, zudem derzeit – was so auch nicht unbedingt zu erwarten war – wirklich sehr gute Fortschritte macht, hoffe ich, dass sich diesbezüglich ein tragbares Ergebnis erzielen lässt, welches dem Mandanten nicht alle neu gewonnenen Perspektiven nimmt und ohne dass eine weitere Instanz in Anspruch genommen werden muss.

Die Traumatisierung eines Richters

Ich erhielt neulich einen Anruf eines Richters vom Arbeitsgericht hier im beschaulichen Göttingen. Da ich aber nicht da war, hinterließ dieser mir eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Er wies mich daraufhin, dass zu dem anstehenden Gütetermin auch mein Mandant geladen sei und ein Fehlen meines Mandanten nur bei Vorliegen eines amtsärztlichen Attestes entschuldigt sei.

Erstaunt rief ich ihn zurück, um ihm mitzuteilen, dass mein Mandant sehr wohl erscheinen würde, es sei ihm sogar sehr daran gelegen. Der Richter verteidigte sich sogleich damit, dass er insbesondere in Kündigungsschutzverfahren sehr schlechte Erfahrung gemacht hätte und von daher Unannehmlichkeiten vorbauen wollte.
Ein paar Tage später war nun der anberaumte Termin. Es war der Erste an einem langen Sitzungstage. Eine halbe Stunde vor Terminsbeginn rief mich der Mandant jedoch an, um mir mitzuteilen, dass aufgrund von Verkehrsbehinderungen sich seine Ankunft in Göttingen verspäten würde.
Ich rief sogleich den Richter an, um ihm dies mitzuteilen. Er fragte aber gleich zu Beginn des Gespräches, ob meinem Mandanten vielleicht zufälliger- und überraschenderweise über Nacht unwohl geworden sei und er deshalb nicht kommen würde. Dies konnte ich jedoch guten Herzens verneinen.
Zwar war der Richter auch noch zu Beginn der Verhandlung skeptisch, ob der Mandant wirklich erscheinen würde und es machte sich auch großer Argwohn breit. Mit den Vergleichsverhandlungen wurde dennoch bereits begonnen, da ich schließlich dessen Erscheinen versichert hatte und auf meinen Mandanten war auch Verlass. Er erschien, wider Erwartens des Richters, noch rechtzeitig und wir konnten auch einen guten Vergleich mit der Gegenseite schließen.
Auf meine Frage zum Schluss, ob ich zumindest etwas gegen seine Traumatisierung machen konnte, antwortete mir der Vorsitzende breit grinsend, „Ja“.

Ich durfte also mal wieder feststellen, dass der Anwaltsberuf durchaus auch einen therapeutischen Einschlag hat.

Freitag, 3. April 2009

Blond und b...? Und die Verantwortung der Eltern...

Das Modells nicht zum Reden auf den Laufsteg geschickt werden, ist klar und das Germany next Topmodell mit Sicherheit nicht das klügste Mädchen sucht, sondern dasjenige, welches sich am besten auf dem Bildschirm präsentiert, auch.
Im Interesse der eigenen Kinder sollten Eltern jedoch verhindern, dass solche Videos von ihren Zöglingen ins Netz gestellt werden.

Donnerstag, 2. April 2009

Jetzt wird auch Samstag in Bückeburg verhandelt

Man erlebt ständig neue Dinge und so geht es mir auch - mal wieder - in Bückeburg.

Nachdem ich den Antrag gestellt hatte, den Haftbefehl aufzuheben, ist mir heute, vor der heutigen Verhandlung, der Beschluss zugegangen, indem die Kammer entschied, dass - wenn wundert es noch - der Haftbefehl aufrecht erhalten bleibt.
Ich hielt es zunächst für einen Aprilscherz, denn so war der Beschluss tatsächlich am 01.04. gefällt worden. Aber nein, es war natürlich kein Scherz, es ist der volle Ernst der Kammer.

Von Verhandlungstag zu Verhandlungstag kommen immer mehr Ungereimtheiten auf, ohne jedoch dass dies mal seinen Niederschlag in einer positiven Haftentscheidung finden würde. Hierüber wird im Einzelnen noch zu berichten sein und natürlich bleibt auch spannend, wie nun das OLG Celle die Sachlage einschätzt.

Bei der heutigen Terminsabsprache stellte sich heraus, dass es sich äußerst schwierig gestaltet, weitere Termine zu finden. Denn auch wenn nichts sonst klar ist, so ist doch klar, dass wir mit den angesetzten Terminen nicht zurecht kommen. So dass nun auch mit ziemlicher Sicherheit an Samstagen verhandelt werden muss, will die Kammer dem Beschleunigungsgebot in Haftsachen Rechnung tragen.