Freitag, 8. Oktober 2010

Schleimspur

An und für sich bin auch ich ein höflicher Mensch und vertrete die Auffassung, dass man sich nicht grundsätzlich wie die Axt im Walde aufführen muss.

Sicherlich entwickelt auch jeder Verteidiger mit der Zeit seinen eigenen Stil. Bisweilen kommen mir jedoch Formulierungen unter, die ich recht unverständlich finde und die zudem eine nicht zu übersehende Schleimspur durch die Akte ziehen.

So lese ich nun in einer Akte ein Schreiben eines Kollegen, welcher Stellung zu einer  Beiordnung als Pflichtverteidiger nimmt:
An das Amtsgericht Schöne-Neue-Welt
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Strafsache gegen Lieschen Müller, Az. 123 Js 456789/10 bedanke ich mich herzlich für die Beiordnung als Verteidiger.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
 RA Schleim

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Kleinkarierter Schrebergarten Alltag?

Man könnte angesichts dieser Meldung der Versuchung erlegen, die Behauptung aufzustellen, wer zuviel Freizeit hat, kommt auf dumme Gedanken.
In Göttingen hat es ein ehemaliger Laubenpieper auf die Spitze getrieben. Er zeigte den gesamten Vorstand des Kleingartenvereins Rosengarten, der am Akazienweg immerhin Göttingens drittgrößte Laubenkolonie betreibt, wegen Betruges und Steuerstraftaten an.
Quelle: Göttinger-Tageblatt

Unnötige Arbeit erspart

Auch eine Möglichkeit effizient, bzw. zügig zu arbeiten. Wenn nun noch etwas Wind und Regen dazu kommen, dann freut sich das Modellbauerherz, denn dann gibt es schönes Pappmasche.


Freitag, 1. Oktober 2010

Polizeiterror

Spezialeinsatzkräfte der Polizei in schwarzer Montur räumen den Lkw, Wasserwerfer gehen in Stellung, Schüler werden mit Tränengas eingenebelt und von Beamten auf Pferden in Schach gehalten. Es ist das Startsignal für einen der größten und umstrittensten Polizeieinsätze in der Geschichte des Landes. "Das ist Krieg", wird später die frühere Landeschefin der Gewerkschaft Ver.di, Sybille Stamm, sagen. Sie selbst sei ohne Vorankündigung von Polizisten zu Boden geworfen, getreten und mit Tränengas besprüht worden. (...)
Hinter den Fronten entsteht im Laufe des Nachmittags eine Art Lazarett für Verletzte. Mehr als 400 Menschen, darunter auch Jugendliche, hätten Augenreizungen, Platzwunden und Nasenbrüche erlitten, heißt es bei den Parkschützern. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so wehtut", sagt die 41-jährige Patricia, die bei der Sitzblockade von einem Strahl aus dem Wasserwerfer im Gesicht getroffen wurde. Die Polizei nennt eine deutlich geringere Zahl von Verletztenzahl. Es habe aber auch Gewalt gegen Beamte gegeben, sagt eine Sprecherin: "Es sind Steine geflogen." Am Abend dann zieht das Innenministerium Angaben zurück, die Polizei sei mit Pflastersteinen angegriffen worden. Es habe nur vereinzelt Würfe mit kleineren Steinen gegeben. 
Quelle: Hamburger-Abendblatt

Erschreckend, wie ich finde, ist auch die hier zitierte Aussage eines Polizeisprechers:
Ein Polizeisprecher verteidigte das Vorgehen. Wenn die Demonstranten sich nicht rechtlich einwandfrei verhielten, „dann kann die Polizei auch mal hinlangen”, betonte er. Die Demonstranten versicherten aber, ihr Protest sei gewaltfrei geblieben. 
Ob es nun über 400 Verletzte gab, oder vielleicht weniger, macht die Sache in keinem Fall besser. Es dürfte sich in vielen Fällen um wahllose Polizeigewalt gehandelt haben.

Angesichts der Vorfälle in Stuttgart kann daher durchaus von Polizeiterror gesprochen werden, wenngleich sich der Vorwurf in erster Linie gegen die Polizeiführung und den Innenminister richten dürfte.